Naidoo Demo – ein Flop oder ein Anfang?
Xavier Naidoo setzt sich für Kinder ein, weil er selbst ein Betroffener ist, wie er auf der Bühne bei der Demo am Samstag, den 15.03.2026 in Berlin durchblicken ließ.
Das Vorspiel zur Demo – die Chips-Affäre
Die Demo stand von Anfang an unter einem schlechten Stern, den sich Naidoo leider selbst zuschreiben muss. Vor einigen Wochen tauchte Naidoo bei einer Demo auf und wollte als Bürger den Kanzler sprechen. Einige Streamer filmten Naidoo dabei über Stunden, wobei sich Naidoo zunächst zurückhaltend gab. Dann aber sprudelte es aus ihm heraus: Menschenfresser! Leider war Naidoo einem Hoax aufgesessen, dem Kinder-Aroma in Lay’s-Chips. Genau auf so was hatte der Mainstream nur gewartet. Da hatte man ihm doch verziehen und jahrelang hatte sich Naidoo zurückgezogen, nun ist er zurück und macht einfach so weiter – dies konnte man ihm nicht durchgehen lassen. Von seinem wichtigen Anliegen, dem Kinderschutz, wurde kaum berichtet, stattdessen schüttete man Spott und Häme wegen einer Fehlinformation über ihn aus. Das konnte Naidoo aber nicht davon abhalten, einige Wochen später mit Verstärkung zum Kanzleramt zurückzukommen und eine Petition einzureichen.
Zu viel für den Mainstream, der sich bereits im Vorfeld darauf eingeschossen hatte, an Naidoo kein gutes Haar zu lassen und sich über ihn lustig machen wollte. Hierfür hatte Naidoo aber auch eine Steilvorlage geliefert, alles andere wollte man nicht hören. So muss man sich auch fragen, ob es ein Zufall war, dass die Quelle (Utopia TV) bei den Einspielern der Chips-Aussage nicht richtig zitiert wurde, bei ProSieben, im ZDF oder auch bei Focus. Natürlich war dies kein Zufall, schließlich war zumindest Stefan Raab (Die Stefan Raab Show) dazu in der Lage, die richtige Quelle zu nennen, damit sich die Zuschauer auch ein Bild von dem ganzen Auftritt und den vollständigen Aussagen von Naidoo machen konnten. Aber genau dies sollte ja nicht sein, man nimmt drei Sätze aus einem zwei-Stunden-Video und fertig ist der Skandal – mehr braucht der dumme Zuschauer nicht mitzubekommen.
Da wundert es auch wenig, wenn eine aufgehetzte linke Meute bei einem wichtigen Thema auftaucht und die Sache mit dem Hochhalten einer Lay’s-Chips-Tüte ins Lächerliche ziehen will. Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen, aber klar ist doch: Dieses Thema hat nichts mit rechts oder links zu tun – nur überlassen will man das Thema den Rechten natürlich nicht, dies könnte ja positiv ankommen und dies darf auf keinen Fall sein, denn das Demo-Monopol haben in Deutschland immerhin noch Verdi und die Antifa und dies darf auch ein Xavier Naidoo nicht antasten. Die Demo stand schon deshalb unter einem schlechten Stern, weil man Naidoo das Thema nicht zugestehen wollte. Zu sehr beleidigt ist der Mainstream immer noch aufgrund der kritischen Haltung von Naidoo in der Corona-Zeit.Die nachfolgende Berichterstattung war daher vorhersehbar, die Demo wurde von der Presse gleich in einen Topf mit Rechtsextremen am anderen Ende der Stadt geworfen – wenn überhaupt berichtet wurde.
Am Montag zuvor fand noch ein „Frauenstreik“ statt, der es mit unter 500 Teilnehmern in die Hessenschau und die Tagesschau schaffte, die Naidoo-Demo hingegen nicht – zumal es ersichtlich mehr als nur 500 Teilnehmer gab.
Vermischung der Themen – Kindesmissbrauch und Epstein-Files
Anlass für Naidoo, zum Kanzleramt zu kommen, waren ursprünglich die Epstein-Files. Hierzu verlangte er als Bürger von der Politik, dass eine Aufarbeitung auch in Deutschland stattfinden müsse. So stand es dann auch in der Petition, die Naidoo übergeben hat. Worum geht es bei den Epstein-Files? Es geht darum, dass sich hier augenscheinlich eine Elite über das Gesetz gestellt hat. Widerliche Verbrechen werden vertuscht und in Mafiamanier decken sich diese Leute gegenseitig, und eine Aufklärung dieser Verbrechen findet nicht statt – alle schauen weg. Was also können sich die Reichen und Schönen alles erlauben, wenn sie nur genug Geld und Macht haben?
Dies alles wirft einen dunklen Schatten auf „unsere“ Demokratie. Im Kern geht es also um Machtmissbrauch durch Staatsmänner und Promis, für die das Gesetz nicht mehr zu gelten scheint. Wenn frühere und künftige US-Präsidenten bei Kinderschändern dabei sind, dann reicht mir dies eigentlich, dann brauche ich nicht zu wissen, was diese Menschen im Detail getan haben – zum Schluss will keiner mehr etwas davon wissen. Genau diese Menschen regieren uns dann auch noch. Menschen, die über dem Gesetz stehen und die zumindest mal wegschauen, wenn schweres Unrecht passiert. Jeder, der nicht völlig verblödet ist, weiß doch, dass Epstein umgebracht wurde, damit er nicht auspackt.
Woher kennen wir das? Lee Harvey Oswald, der angebliche Präsidentenmörder. Oswald wurde von Jack Ruby erschossen, Ruby starb dann urplötzlich nach der Tat – im gleichen Krankenhaus wie Oswald. Alles Zufälle? Die Veröffentlichung der Epstein-Files ist aber auch schon daher ein Fehler, da Strafverfahren nicht in der Öffentlichkeit ausgetragen werden, sondern durch Staatsanwälte – gibt es eine Straftat, so muss diese verfolgt werden. Nun wurden diese Dinge in die Öffentlichkeit getragen, damit werden Spekulationen noch mehr angeheizt, statt dass wirklich eine Aufklärung stattfinden würde. Bei den Epstein-Files geht es daher zunächst um das Thema Machtkritik und Machtbegrenzung. Es geht um eine Elite, die sich über die Bürger gestellt hat, über die sie regieren und das Sagen haben.
Auf der Demo wurde gesagt: Den Zustand einer Gesellschaft kann man daran erkennen, wie man mit den Kindern umgeht, wie Gandhi dies sagte. Die Frage, die sich die Teilnehmer oder Redner stellten, war in erster Linie: Ist der Kindesmissbrauch in Deutschland organisiert? Gibt es in Deutschland also Jugendämter und Richter, die einen Kindesmissbrauch hinnehmen oder diesen sogar fördern? Ist es also so, dass der Sumpf noch viel tiefer ist als „nur“ das, was die US-Politiker und Promis getan haben, wie auch Naidoo glaubt, bis hin zu Kinderaroma in Chips?
Hierfür gibt es aber keinerlei Belege, und damit bewegte man sich auf dem Gebiet der Verschwörungstheorien, wie man diese bereits von der Axion Resist und der in Indien studierten Vorsitzenden Dr. Andrea Christidis seit Jahren kennt. Immer wieder werden unbelegte Einzelfälle vorgetragen, die man nicht nachvollziehen kann. Auch ich selbst habe als Anwalt in dem Bereich schon gearbeitet und kann sagen, dass es wirklich viele gute Mitarbeiter auf den Jugendämtern gibt, die sich für die Kinder einsetzen und viel Leid vermeiden. Aber auch dort passieren natürlich Fehler – dass es aber ein organisiertes System sein soll, welches sich gegen die Kinder richtet, ist völliger Unsinn.
Gelogen wird im Familienrecht wie gedruckt, auch und insbesondere von den Müttern, wie ich selbst mitbekommen habe. Da wird sich am Tag vor der Drogenprobe auch gerne mal schnell das Haar blondiert, in bester Christoph-Daum-Manier. Was wir auf der Demo aber gesehen haben, waren vornehmlich selbst Betroffene und Eltern, die glauben, dass das deutsche Familienrecht völlig zerstört sei – weil sie kein Recht vor Gericht bekommen haben. Es werden Fälle geschildert, die man nicht nachvollziehen kann, weil man die andere Seite nicht gehört hat – audiatur et altera pars.
Ich habe als Anwalt zu viel erlebt, als dass ich irgendwelchen Menschen einfach so glauben würde, nur weil sie dies erzählen. Die Brücke, die hier zu dem Thema Epstein geschlagen werden sollte, ist aus meiner Sicht daher nicht existent, jedenfalls ist sie unbelegt. Es wurden Einzelfälle vorgetragen, der Zusammenhang zu den Epstein-Files wurde dabei aber nicht berücksichtigt.
Die Redner auf der Bühne, die keine waren
Um nicht als Querdenken 2.0 geframt zu werden und Reichweite zu generieren, hatte der Organisator, Mateo Westfal, sich darum bemüht, möglichst „unauffällige“ Influencer anzusprechen. Darunter: Der Vitamin-D-King und Michelle „Eingollan“. Soweit eine gute Idee, aber auf der Bühne versagten die beiden als Redner völlig. Während es dem Vitamin-D-King um eine Art Eigentherapie gegen sein Stottern und Selfies für seinen Kanal ging, konnte er zum Thema im Grunde nichts beitragen.
Ebenso wie „Eingollan“, die noch meinte, sie habe zwar nun nichts von dem vorgetragen, was sie eigentlich sagen wolle, dies sei aber „egal“. Nein, es ist eben nicht egal – denn bei einer Demo geht es um Inhalte und nicht um perfektes und fetziges Aussehen mit einer roten Lederjacke, liebe Michelle. Dies kritisierte und überspitzte der YouTuber Elija Tee, der die Optik als nuttig empfand. Ja, dies war auch übertrieben – aber im Grunde hat Tee den Nagel auf den Kopf getroffen, und im Internetzeitalter bekommt man eben nur Gehör, wenn man überspitzt. Wenn Tee nun aber im Web als „Nestbeschmutzer“ bezeichnet wird, mache ich darauf aufmerksam, dass dies hinsichtlich seiner jüdischen Religion auch unter der Gürtellinie ist, denn der Begriff Nestbeschmutzer bezeichnet abwertend Personen, die Missstände im eigenen Umfeld (Staat, Gesellschaft) kritisieren, und wurde in der Nachkriegszeit oft gegen jene verwendet, die NS-Verbrechen aufdeckten. Geht also ebenso wenig!
Ein Problem für die Organisatoren war, dass dann noch wichtige Redner wie Florian Hohm ausgefallen sind, was dazu führte, dass Menschen auf die Bühne kamen, die ihre Geschichte erzählten, jedoch keiner weiß, ob dies den Tatsachen entspricht. Bei diesem Thema hochgefährlich – wie ich meine. Das Thema, was diese Menschen angesprochen haben, waren aber nicht die Epstein-Files und die damit verbundene Machtkritik an den Eliten, sondern ihre persönlichen Missbrauchserfahrungen, von denen man wie gesagt nicht weiß, ob diese den Tatsachen entsprechen.
Fazit: allen, die sich für das Thema einsetzen und eingesetzt haben, vielen Dank für euren Einsatz. Wenn es aber weitergehen soll, wie Mateo Westfal gesagt hat, dann braucht ihr für das nächste Mal eine bessere Organisation und auch bessere Redner als die Selbstdarstellerin und gespielte „Heulsuse“ Michelle Gollan. Aber dieser Weg wird auch kein einfacher sein, wie Naidoo sagte und der das Ganze sicherlich nicht aus PR-Gründen gemacht hat, wie man ihm vorgeworfen hat, sondern aus tiefer Überzeugung – dafür hätten Naidoo, Mateo und alle anderen Mitwirkenden mehr Respekt verdient, als man ihnen entgegengebracht hat.








