Die ausgepresste Zitrone und die Globalisierung

Published On: Februar 21, 20261097 words5,5 min read
Die ausgepresste Zitrone und die Globalisierung

Ironie pur: Merz als Ex-BlackRock-Aufsichtsrat und Millionär spricht von einer „ausgepressten Zitrone“, während Normalverdiener unter immer höheren Energie-, Miet- und Lebenshaltungskosten leiden. Lohnerhöhungen gibt es zwar, aber nur für die Staatsdiener – während alle anderen unter Reallohnverlusten leiden. Also, wo ist der Ausweg aus dieser Negativ-Spirale? Noch mehr Globalisierung, neue Märkte erschließen, wie Südamerika, oder Indien?

Immer wieder wird uns mantraartig erzählt, dass die Globalisierung positiv sei und zum Wohlstand beitragen würde, doch stimmt das wirklich? Während die Internationalisierung den Unternehmen neue Märkte, Kostenvorteile und Diversifikation bringt, entstehen für den heimischen Arbeitsmarkt oft spürbare Belastungen. Besonders in hochentwickelten Volkswirtschaften wie Deutschland oder anderen EU-Staaten zeigen sich negative Effekte vor allem durch Offshoring, Outsourcing und verstärkten globalen Wettbewerb. Internationalisierung schafft global angeblich mehr Wohlstand, doch national entstehen klare Verlierergruppen. Die negativen Folgen für den heimischen Arbeitsmarkt sind real und spürbar – vor allem in Form von:

• Jobverlusten in bestimmten Segmenten
• Lohn- & Verhandlungsdruck
• Regionalen Strukturkrisen
• Zunahme von Unsicherheit & Ungleichheit

In einer globalisierten Weltwirtschaft sind Zölle eines der ältesten Instrumente der Handelspolitik. Besonders die Schutzzölle sollen den heimischen Markt vor ausländischer Billig-Konkurrenz abschirmen. Bei Schutzzöllen wird der Preis importierter Waren künstlich erhöht. Dadurch werden heimische Anbieter wettbewerbsfähiger. Vorteile:

• Erhalt von Arbeitsplätzen in strukturschwachen oder „jungen“ Branchen
• Schutz vor unfairem Wettbewerb
• Entwicklung einer eigenen Industrie
• Vermeidung von Abhängigkeit in strategischen Bereichen
• Verringerung von Handelsdefiziten und Stärkung der heimischen Produktion

Wenn US-Präsident Trump die USA mit Schutzzöllen abschirmen will, dann geht es eben auch um den Schutz von Arbeitsplätzen. Arbeitnehmer in der westlichen Welt, können mit den Billigprodukten aus China und Co. eben nicht mithalten. Es handelt sich um einen Turbo-Kapitalismus, der eben nicht zum Wohlstand aller beiträgt, sondern allenfalls zum Reichtum einiger weniger und vor allem zum Reichtum der Aktionäre, während auf der anderen Seite die Arbeitnehmer – die sogenannten Zitronen – immer weiter im Lohn gedrückt werden, oder deren Arbeitsplätze komplett wegfallen – die Arbeitslosenzahlen steigen und damit auch die Sozialausgaben. Zum Schluss zahlt die Gesellschaft die Kosten für die Arbeitslosen, während die Unternehmen immer größere Gewinne machen.

Dass Schutzzölle daher von global agierenden Unternehmen bekämpft werden, ist klar, da dies zu Lasten ihrer Gewinne geht. Bis Schutzzölle aber wirken, dauert es hingegen einige Zeit, was zu dem aktuellen falschen Narrativ der Großkapitalisten führt, dass diese Zölle negativ seien und die Bevölkerung belasten würden, wobei nichts zur Kenntnis genommen wird, dass die Arbeitslosigkeit aufgrund der Billigproduktion im Ausland viel größere gesellschaftliche und finanzielle Probleme mit sich bringt.

Wie weit soll die Globalisierung eigentlich noch gehen, bis wir alle für eine Schale Reis arbeiten sollen, während die Aktionäre immer reicher werden und auf ihre Gewinne nicht mal mehr Steuern zahlen müssen!

Mit dem aktuellen Urteil des US-Supreme Court ist für etwa 75 Prozent der Zolleinnahmen die rechtliche Grundlage entfallen. Das sind die Zölle, die US-Präsident Donald Trump im vergangenen April erlassen hatte, auf Einfuhren aus fast allen Ländern der Welt. Dabei berief sich der Präsident auf ein Notstandsgesetz aus dem Jahre 1977. Dies sei nicht zulässig, da der Präsident dazu nicht befugt sei, denn die US-Verfassung überträgt nur dem Kongress die Befugnis, Zölle zu erheben – so die US-Richter.

Das Außenhandelsdefizit der Vereinigten Staaten – die Differenz zwischen Importen und Exporten von Waren und Dienstleistungen – bleibt trotz massiver protektionistischer Maßnahmen unter Präsident Trump in seiner zweiten Amtszeit ein Problem. Das US-Außenhandelsdefizit ist 2025 trotz der Zollpolitik von Trump nahezu unverändert geblieben. Das ist auch nicht verwunderlich, da eine Umstellung auf eine Inlandsproduktion eben seine Zeit braucht – der Weg ist trotzdem der Richtige. Der Widerstand der Globalisten gegen die Zollpolitik von Trump, ist verständlich, denn es mindert ihre Gewinne, während die Verluste aufgrund der Arbeitsplatzverluste durch die Allgemeinheit getragen werden müssen.

Das Narrativ, die Globalisierung würde zum allgemeinen Reichtum beitragen, ist also falsch! Wer Arbeitsplätze schützen will und Dumpinglöhne vermeiden will, der muss Schutzzölle erheben, wie Trump dies tut. Ansonsten wird es dazu kommen, wovor Karl Marx stets gewarnt hatte – der Kapitalismus wird sich selbst zerstören. In Europa erleben wir genau diesen Effekt. Was bleibt ist, dass immer mehr Staatsschulden gemacht werden müssen (angebliches Sondervermögen) welches dann nach den Vorstellungen der Politiker verteilt wird, angeblich um das Klima zu retten, oder eine wahnsinnige Aufrüstung zu betreiben, welche nicht zu mehr Sicherheit der Bürger beiträgt, sondern das Steuergeld nur in die Kassen einiger weniger Kriegstreiber und Aktionäre spült.

Aber während die Insolvenzen in Deutschland immer weiter ansteigen, sehen unsere BlackRock Staatsvertreter keinen Grund diesen Kurs zu verlassen und endlich mal an die eigenen Bürger und Arbeitsplätze zu denken. Genau dies wäre aber die Aufgabe der Politik, gegen die Interessen der Großkapitalisten vorzugehen. Stattdessen sollen nun auch noch die Renten in den Kapitalmarkt überführt werden, damit die Gewinne dort noch weiter steigen. Wenn die Blase an der Börse aber platzt, haben wir noch mehr arme Rentner, für die dann wieder der Staat und damit die dummen Zitronen aufkommen müssen.

Wenn aus rechten Kreisen erzählt wird, dass diese Regierung angeblich links sei, dann frage ich mich, wie man zu einer solchen Meinung kommen kann, denn diese Regierung vertritt die Interessen der Großkapitalisten und Globalisten – was zum Teufel soll daran eigentlich links sein? Volksvertreter sollten die Interessen des Volkes vertreten und nicht die Interessen von Kapitalisten und Aktionären, die keine Steuern mehr bei uns zahlen und immer reicher werden. Wer auf diesem Weg weiter machen will, der wird zwangsläufig im Kommunismus landen – wenn sie nicht endlich anfangen den eigenen Arbeitsmarkt zu schützen, wie Trump dies beabsichtigt.

Wenn die eigenen Zitronen ausgepresst sind, dann finden die Globalisten weltweit immer mehr arme Zitronen, die noch Saft geben. Das ist dann der Beleg – der Turbo-Kapitalismus funktioniert also doch! Und hören sie endlich auf mit dem Gejammer! Sozial ist eine Regierung allerdings dann, wenn sie Arbeitsplätze schafft, von denen die Bürger auch leben können, ohne nebenher zum Amt rennen zu müssen. Frauenfreundliche Familienpolitik besteht hingegen darin, dass Frauen nicht gezwungen werden zu arbeiten, wenn sie mehr als ein Kind haben möchten – dann klappt es auch  mit dem Nachwuchs und der Rente, ohne arbeitslose Fachkräfte aus dem Ausland „importieren“ zu müssen.

Artikel teilen